Ich lebe in einem friedlichem Land. Ich habe ein Dach über dem Kopf und jeden Tag genug zu essen. Wie viele Menschen. Wie viele Menschen nicht.
Auf dieser Welt geht so viel schief, und du siehst es nicht. Die Kinder, die in deinem Alter verhungern sind in irgendeinem Dritte-Welt-Land, weit weg von hier, und du verschwendest höchstens 10 Minuten am Tag damit an sie zu denken.* Richtig traurig oder wütend macht es dich dennoch nicht. Traurig oder wütend macht dich, dass dein(e) Freund(in) fremdgefickt hat, oder Dominik Seidel dir irgendwelchen (destruktiven) Dreck an den Kopf geworfen hat. Ist das moralisch verwerflich?
...Und die Leute, die es sehen? Leute, die den Tod ständig um sie umherschleichen sehen? (Ärzte?)
Oder die den Tod zumindest einmal sehen mussten? Wie gings den Freunden von dem Mädchen, das bei RaR gestorben ist? (Wie gings dem Mädchen selbst? Und wir lachen darüber, dass sie zu dumm zum laufen war... -.-)
Die Leute, die mir nahe stehen, sind alle noch am Leben; die Beerdigungen auf denen ich war lassen sich an einer Hand abzählen. Selbst in meinem weiteren Bekanntenkreis ist bisher niemand (plötzlich) gestorben. Ich weiß nicht wie das ist, jemanden auf einen Schlag für immer zu verlieren, und die, die es wissen tun mir furchtbar leid.
Und alles was ich tun kann ist egoistischerweise zu hoffen, dass die Welt weiterhin ungerecht bleibt und mich vor sowas so lange wie möglich verschont. Ist das moralisch verwerflich? Sollte überhaupt noch irgendjemand lachen können dürfen, so viel Elend wie es hier gibt?!
* Wie war das doch gleich?! Würde die Erste Welt der Dritten Welt die Schulden erlassen, würde sie das nur 0,5% des Bruttosozialprodukts des Landes kosten... Wie viel ist das in Menschenleben? Und wo ist euer allmächtiger Gott da eigentlich? War der in Heiligendamm eigentlich auch mit von der Partie?!
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