Sonntag, 4. Oktober 2009

Mein Satz auch kein Verb.* (12.10.06)

Mal wieder schlaflos davon meine Gedanken hören zu müssen...


Mein Religionslehrer (lassen wir dabei mal untern Tisch fallen, dass es mein Religionslehrer war; abgesehn davon is der schwer ok.) hat mal so ne Geschichte erzählt.
Bei ihm in der Schule früher gabs mal so ne Referendarin,die eines Tages nich mehr aufgetaucht is. Sie war wohl ziemlich unscheinbar und keiner kannte sie so richtig,war auch neu in der Gegend. Hatte irgendwo n Studentenzimmer unterm Dach gemietet... Jedenfalls war sie eines Tages nich mehr da. Am Tag darauf auch nich. Und am nächsten Tag auch nich. So ging das dann 2 Wochen,bis sich endlich mal jemand die Mühe gemacht hat nachzuforschen was da los ist. Als man dann ihre Wohnungstür aufgebrochen hat,hat man sie tot in ihrem Bett gefunden. Hirnhautentzündung. Hat nicht mehr aufstehen und auch sonst nicht mehr irgendwie auf sich aufmerksam machen können. Ist einfach kläglich in ihrem Bett verreckt...
Das macht mir Angst. Das macht mir wirklich Angst.
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Der Tod ist ein gefühlsloser Zustand; er tut nicht demjenigen weh,der stirbt,sondern denen die weiterleben. (Es gab ein schönes [Re-]Zitat dazu aus dem Film „Forrester – Gefunden“. Wortlaut und Autor vergessen. doof.)
Ich hab auch keine Angst vor Einsamkeit. Ich liebe es geradezu mich zu verschanzen. Es gibt Tage an denen ich kaum ein Wort rede (was manche Leute sogar glauben lässt ich könne gar nicht reden oO Huhu Flize! Huhu Klassenkameraden meiner „Schwester“! oO). Wenn ich irgendein Problem hab schweig ichs meistens in mich hinein. Und ich hasse Menschenmassen (bis auf wenige Ausnahmen). Grob gesagt hasse ich eigentlich Menschen. ^^ Ja,man könnte behaupten ich liebe es „einsam“ zu sein.
Aber das?!

“I’m thinking of what Sarah said;that love is watching someone die. So who’s gonna watch you die?!” (Death Cab for Cutie – What Sarah said)
Who watched diese Referendarin die?!
Alle reden immer von “zusammen alt werden,zusammen sterben“ und eigentlich halt ich nichts von solchen Dingen...
„Jedes Lebewesen stirbt für sich allein.“ (Grandma Death in dem Film „Donnie Darko“)
...und doch hab ich Angst davor irgendwann mir dabei zuschauen zu müssen,erleben zu müssen wie ich sterbe – alleine. Hilflos.

Who’s gonna watch me die?!
In diesen letzten Sekunden deines Lebens, in dieser “Dein Leben zieht an dir vorbei wie ein Film”-Revue… was werde ich da sehen? Sky? Antonia? Meine Eltern? Meine erste große Liebe? Momente in denen ich wirklich glücklich zu sein schien? Irgendeine tolle Party,irgendein tolles Konzert? Diesen Blogeintrag?!
Werde ich lächelnd sterben? Lächelnd,weil ich an all diese Dinge denken muss?!

Was ist das? Was ist dieses Leben? Warum das alles um dann letztendlich zu sterben – allein,hilflos? Nicht dass es keine lebenswerten Momente gäbe...
...aber wofür? Damit du lächelnd sterben kannst?!
Auf die Frage was der Sinn des Lebens sei, habe ich mal mit „der Moment“ geantwortet. Der Moment... Der Moment in dem du glücklich bist... Der Moment in dem es dir schlecht geht, aber du dir sicher sein kannst das eben dieser Moment vergehen wird...
Die Erinnerung. Die Erinnerung an jeden einzelnen (intensiven) Moment in deinem Leben. Und doch verblasst die Erinnerung irgendwann. Dein Leben verblasst irgendwann...
Ich hab mir mal ne Kippe auf der Hand ausgedrückt, als Erinnerung an den Abend (Es gibt da eine diverse Schwäche für Narben mit Erinnerungen,ich gebs ja zu...). Wenn ich irgendwann vollkommen dement im Sterben liege, werde ich mich dann daran erinnern was diese Narbe mir sagen will?!








"Es ist gar nichts… es ist gar nichts…"
Franz Ferdinands letzte Worte,bevor ihm eine Kugel in den Kopf geschossen wurde (was ironischerweise mehr oder weniger den Ersten Weltkrieg auslöste).
Nichts ist es also... -.-





* In Inspiration und Anlehnung an Max, der schon ähnlich schlaflose Nächte mit diesen Gedankengängen verbrachte.

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